Themen
Europapolitik
Mehr und mehr Vorschriften auch aus dem Bereich des Arbeits- und Sozialrechts werden heute nicht mehr vom nationalen Gesetzgeber allein, sondern in erster Linie durch Europäische Vorgaben bestimmt. Was läge näher, als die Informations- und Lobbyarbeit des Deutschen Führungskräfteverbands auf die Entscheidungsträger in Brüssel auszudehnen. Dort wird allerdings ein einzelner nationaler Verband in der Regel übersehen.
Eine wirksame und von den Institutionen akzeptierte Interessenvertretung kann nur über den Zusammenschluss möglichst vieler Verbände aus unterschiedlichen Ländern erfolgen.
CEC - European Managers (CEC)
Der Deutsche Führungskräfteverband gehörte schon 1951 zu den Gründungsmitgliedern der internationalen Führungskräfteorganisation (CIC), die seit 1989 Confédération Européenne des Cadres (CEC) heißt und seit 2005 unter dem Namen CEC - European Managers auftritt.
Die CEC vertritt inzwischen mehr als eine Million angestellter Führungskräfte in fast allen EU-Mitgliedstaaten. Entsprechend der nationalen Tradition in den einzelnen Ländern handelt es sich um leitende Angestellte und mittleres Management bis an den Tarifbereich heran. Geeint werden die Mitgliedsverbände der CEC von dem Willen, die spezifischen Interessen der angestellten Führungskräfte auch auf dem Europäischen Parkett angemessen zu Gehör zu bringen. Dass diese Arbeitnehmergruppe eigene Interessen hat, hat auch das Europäische Parlament in seiner Gil-Robles Resolution über die Führungskräfte von 1993 zum Ausdruck gebracht. Seitdem wird die CEC von den Institutionen der EU, dem Parlament, dem Ministerrat und der Kommission angehört.
Erst ein Kooperationsabkommen mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) im Jahre 1999 brachte aber den wirklichen Durchbruch und führte zur Anerkennung der CEC als vollwertiger Sozialpartner an der Seite des EGB gegenüber den Arbeitgebern (UNICE und UEAPME). Damit ist sie an allen wichtigen Sozialpartnerabkommen der EU unmittelbar beteiligt. Dieser Status bietet der CEC die Stellung, die sie braucht, um für ihre Mitglieder frühzeitig Information und Einfluss zu erhalten und für die Kommission und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein gewichtiger Gesprächspartner zu sein.
Ziele
Ähnlich wie auch der Deutsche Führungskräfteverband in Berlin betreut die CEC in Brüssel vorrangig die Themen, die für ihre Mitgliedsverbände und damit für deren Mitglieder besondere Bedeutung haben: Es sind dies Fragen der beruflichen Mobilität, die betriebliche Altersversorgung, die Mitbestimmung in den europäischen Betriebsräten und den Gremien der Europäischen Aktiengesellschaft sowie Fragen der Weiterbildung und der Globalisierung. Durch das Netzwerk der Verbände in den einzelnen Ländern können Führungskräfte auch über die CEC Beratung und Beistand bei konkreten Problemen mit Auslandsbezug erhalten. In dem Maße, in dem die europäische Wirtschaft zusammenwächst, vernetzen sich die Verbände in der CEC und leisten so einen wichtigen Beitrag für die den Mitgliedern gebotenen Beratungsdienstleistungen.
Engagement
Kurz: Über die Vertretung durch die CEC in Brüssel ist sichergestellt, dass der Europäische Gesetzgeber die Führungskräfte als eigenständige Arbeitnehmergruppe nicht übersieht und sie bei seiner Gesetzgebung mit ein bezieht. Der Deutsche Führungskräfteverband stärkt dieses Engagement dadurch, dass sie mit ihrem Geschäftsführer im Vorstand der CEC vertreten ist und auf diese Weise unmittelbar Einfluss auf die Politik der CEC nehmen kann.

