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Steuerpolitik

Trotz aller Bemühungen um Steuersenkung und Steuervereinfachung hat ein Befund unverändert Gültigkeit: Die Gesamtlast von direkten und indirekten Steuern bewegt sich in - im Zusammenspiel mit den Abgaben - einer Höhe, die fast schon enteignenden Charakter besitzt.

Einfachheit und Klarheit

Die im Deutschen Führungskräfteverband zusammengeschlossenen Führungskräfte fordern daher eine weitere und weiter gehende Reform des deutschen Steuersystems. Diese Reform sollte unter den obersten Prämissen der Einfachheit und Klarheit stehen und zu einer deutlichen weiteren Senkung aller Steuersätze und damit einer Entlastung aller führen.

Die Tatsache, dass auch unter den Steuerzahlern mit exzellenter Bildung, zu denen die Führungskräfte mit Sicherheit gehören, kaum noch jemand zu finden ist, der in der Lage wäre, seine eigene Steuererklärung ohne Hilfe eines Steuerberaters zu erstellen, spricht für sich selbst. Das Restvertrauen in den Steuergesetzgeber und in das Funktionieren der Finanzverwaltung ist tendiert mittlerweile gegen Null.

Jeder Bürger sollte aber verstehen können, warum er wieviel Steuern zahlt.

Alle Reformen der Vergangenheit krankten an demselben Übel: Sie haben immer nur selektiv an einzelnen Punkten angesetzt. Ein ganzheitlicher Ansatz war weder innerhalb des Steuersystems vorhanden und schon gar nicht im Kontext mit den Systemen der sozialen Sicherung in Deutschland.

Gegenfinanzierung

Eine weitere Senkung der Grenz- und Durchschnittsbelastung wird nicht völlig ohne Gegenfinanzierung auskommen können. Position des Deutschen Führungskräfteverbands ist daher, dass alle, Wirtschaft wie Bürger, ihren Teil zur Verbreiterung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen beitragen.

Auch Steuerprivilegien der Arbeitnehmer sind dabei für den Deutschen Führungskräfteverband kein Tabu. Die Führungskräfte sind bereit, zur Gegenfinanzierung auf eigene steuerliche Vorteile zu verzichten.

Sonderbelastungen

Wogegen sich der Deutsche Führungskräfteverband allerdings mit Vehemenz wehrt, sind sachlich nicht gerechtfertigte Sonderbelastungen für einzelne Bevölkerungsgruppen. Dazu gehört die steuerliche Diskriminierung von Arbeitnehmerabfindungen gegenüber den Privilegien, die Unternehmer bei der Betriebsaufgabe genießen. Auch die so genannte "Kalte Progression" fällt darunter: Eine schleichende Steuererhöhung, die dadurch entsteht, dass die Einkommensgrenze, ab der Spitzensteuersatz greift, seit Jahrzehnten kaum nach oben angepasst oder sogar, wie zuletzt, drastisch gesenkt worden ist. Durch Lohnsteigerungen, Geldentwertung und Wirtschaftswachstum sind so immer mehr Steuerpflichtige in hohe Progressionsstufen gerutscht.

Der Deutsche Führungskräfteverband erarbeitet daher eigene Vorschläge zur Gestaltung und Reform des Steuersystems; sie nimmt Stellung zu Steuerreformplänen und deren Auswirkungen auf Führungskräfte. Ziel ist die Sicherung einer gleichmäßigen und leistungsgerechten Besteuerung.